27. Dezember – Stellungnahme der Initiative Haselbachtal

Gestern wurden auf der Facebookseite der Initiative Haselbachtal Screenshots von Briefen von einem anonymen User veröffentlicht, die von einem angeblichen Kindesmissbrauch berichten. Dabei wurde die Initiative Haselbachtal beschuldigt, von den Vorfällen gewusst und sie vertuscht zu haben. Hier nun die offizielle Stellungnahme der Verantwortlichen der Initiative mit der Genehmigung, sie auf meinem Blog auch zu veröffentlichen:

Stellungnahme zu den anonymen Vorwürfen auf unserer Homepage

Am 26.12.2015 gegen 20 Uhr wurden von einer anonymen Facebook-Seite aus auf unserer Besucherseite Kopien von Briefen veröffentlicht. In den Briefen erhebt eine Tochter den Vorwurf der Kindesmisshandlung gegenüber einer Heimbewohnerin. Zudem behauptete der Post, unsere Initiative würde die betreffende Mutter „in all ihren Belangen unterstützen“ und wüsste von den Problemen.

Wir nehmen zu den Vorwürfen wie folgt Stellung:
1.
Folgendes ist uns bekannt: Die Familie war mehrere Tage ohne Abmeldung nicht im Heim (leider ist dies in Flüchtlingsheimen keine Seltenheit). Daher hätte der Heimbetreiber – den rechtlichen Vorgaben entsprechend – neue Flüchtlinge in die Räume aufnehmen müssen. Dem Heimbetreiber wurde jedoch kurz vor Vergabe der Räume mitgeteilt, dass die Flüchtlingsfamilie beim Eigentümer des Asylbewerberheimes sei. Daraufhin wurde die Polizei informiert und ehrenamtliche Helfer von „Haselbachtal hilft“ haben die Eigentümer in Ottendorf aufgesucht, um die Flüchtlinge über die drohende Vergabe ihrer Wohnheimplätze zu informieren. Die Flüchtlingsfamilie wurde dort gemeinsam mit der Familie des Heimeigentümers angetroffen. Allerdings war eines der Kinder (die große Tochter) verschwunden. Polizei und Ehrenamtliche haben daher versucht, Kontakt zu dem Mädchen herzustellen.

2.
Nach diesem Vorfall wohnte nur noch die Flüchtlingsmutter mit ihrer kleineren Tochter im Heim. Aufgrund dessen, dass uns die Vorfälle in Ottendorf sehr suspekt vorkamen, haben wir nach dem Wiedereinzug der Familie besonders auf die kleinere Tochter geachtet und beobachtet, ob sich Zeichen von Missbrauch finden lassen. Zudem wies ein Mitglied der Initiative das Jugendamt darauf hin, dass diese kleinere Tochter existiert; damit das Jugendamt entsprechende Maßnahmen ergreifen kann. Wir haben das Jugendamt deswegen informiert, weil nach den oben geschilderten Vorfällen in Ottendorf zumindest möglich erschien, dass eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Damit wollten wir sicher gehen, dass das Jugendamt alles Weitere prüfen kann.

3.
Während unserer gesamten ehrenamtlichen Tätigkeit haben wir keine Hinweise auf Misshandlungen im Heim gehabt. Insbesondere wurden wir von keinem der Kinder entsprechend angesprochen. Erst seit dem Verschwinden und Wiederauftauchen der Familie wissen wir von familiären Spannungen. Von den in den Posts geschilderten Vorwürfen der Misshandlung der älteren Tochter wissen wir erst seit diesem Post, da wir seit Verschwinden der älteren Tochter keinen Kontakt mehr zu dem Mädchen hatten und uns die Flüchtlingsmutter keine Informationen gegeben hat.

4.
Wir haben alle Informationen an Polizei und Jugendamt weiter gegeben. Zudem haben wir keine Informationen von Polizei und Jugendamt erhalten. (Das ist auch richtig so, da Privatpersonen keine Informationen zu laufenden Ermittlungen erhalten dürfen.)

5.
Ein Mitglied unserer Initiative hat sich nach dem Wiedereinzug der Flüchtlinge in Häslich beim Anwalt des „verschwundenen“ Mädchens erkundigt, ob alles in Ordnung ist und Hilfe angeboten. Dieser Anwalt bestätigte, dass das Kind wohlauf und in Sicherheit sei.

Die gegen uns erhobenen Vorwürfe sind aus unserer Sicht sehr ärgerlich. Wir haben versucht, den Behörden so gut es geht zu helfen. Zudem haben wir uns große Sorgen wegen des Verschwinden des Kindes gemacht. Der Vorfall ist für uns sehr undurchsichtig. Wir vertrauen hier auf die Ermittlungen der Polizei und des Jugendamtes.

Da die anonymen Posts einen aktuellen Fall des Jugendamtes und der Polizei betreffen und zudem Namen von Personen genannt werden, werden wir die auf dieser Seite veröffentlichten Briefe löschen. Wir haben Screenshots angefertigt und übergeben Alles der Polizei.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an haselbachtal.hilft@gmx.de

Ein Gedanke zu „27. Dezember – Stellungnahme der Initiative Haselbachtal“

  1. Polizei und Jugendamt einzuschalten, wenn es Hinweise zum möglichen Kindesmissbrauch gibt, das ist mit Sicherheit der der richtige Weg, den die Initiative da beschritten hat. Bei der Schwere der Vorwürfe, die verantwortlichen Stellen einzuschalten – dazu gibt es keine Alternative, wenn das Kindeswohl im Mittelpunkt steht. Dafür gebührt dem Haselbachtaler Bündnis Dank und Anerkennung.
    Anonyme Vorwürfe, an wen auch immer, helfen Betroffenen nicht!
    In diesem Zusammenhang, sei daran erinnert, das die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zwar vieles leisten und leisten können – aber Eines nicht: Alle Aufgaben der vorhandenen hauptamtlichen Sozialarbeiter übernehmen.
    Ich ziehe den Hut vor dem Engagement der Helferinnen und Helfer der Initiative „Haselbachtal hilft“ und weiß mich da in Übereinstimmung mit allen Freiwilligen der Flüchtlingsbündnisse des Landkreises und wohl auch mit dem überwiegenden Teil der hier lebenden Menschen.

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