Gleichgültigkeit, Arroganz und Unkenntnis

So ein Thema wie unseres hat natürlich nicht nur Befürworter. Die unterschiedlichen Einstellungen bei den Eltern spiegeln sich meines Erachtens sehr schön in den Kommentaren auf Facebook zum SZ Zeitungsartikel wider.

Es gibt diejenigen, die das Vorgehen begrüßen und dass sich endlich mal jemand traut, der Gemeinde die Stirn zu bieten. Und dann gibt es diejenigen, die den ganzen Wirbel nicht verstehen und denen Preis und Qualität des Essen ihrer Kinder offenbar egal zu sein scheinen.

“Luxusprobleme 🙄 anstatt froh zu sein, dass die Kinder
ordentlich versorgt sind (und da gehört der Service auch dazu) wird wieder mal nur gemeckert 😡
Mal ehrlich… Mein Kind geht in ein paar Wochen in die Vorschule, und ich weiß bis heute noch nicht , was das
Mittagessen kostet! Ich kann euch auch sagen warum: Weil es mir egal ist!……”

Es ist halt so eine Sache mit Demokratie und Mitbestimmung. Man kann sein Recht darauf wahrnehmen oder man kann es lassen. Nur wenn man sich in typisch ostdeutscher Mentalität in seiner Komfortzone zurücklehnt nach dem Motto, “Der Staat wird schon gut für uns sorgen”, dann muss man halt auch das schlucken, was einem vorgesetzt wird. In unserem Fall eben ein neuer Essensanbieter, ein höherer Preis, gleiche bzw. sogar schlechtere Qualität (soviel kann man nach einer Woche anhand des Feedbacks der Kinder schon einmal konstatieren).

“Wer nicht genug verdient bekommt ne Befreiung vom Amt und zahlt ne kleine Pauschale, fertig. Wer genug verdient wird wohl die 3,80 EUR pro Essen noch locker machen können ^^ mein Gott, da müssen wir alle durch mit Kindern in Einrichtungen. …”

Meiner Meinung ist es auch für die Kinder ein sehr lehrreicher Prozess, wenn man zeigt, dass man als Eltern sehr wohl darauf achtet, dass sie auch in der Schule oder Kita abwechslungsreich, vitaminreich und ausgewogen essen. Und dass es zum demokratischen Verständnis gehört, dass man eben nicht alles einfach so hinnimmt, sondern sich einbringt, auch wenn es Zeit und Nerven kostet!

“Ich bin der Meinung, die Eltern sollten damit Beginnen ihren Kindern ein Gefühl der Verantwortung zu vermitteln. Essen sollte wertgeschätzt werden. Genauso wie die Arbeit der Köche, der Lieferanten, etc. Wenn die Kinder von den Eltern vermittelt bekommen, dass ihre Versorgung eigentlich nichts kosten sollte – was hat das denn für einen Mehrwert? …”

Aber dann gibts natürlich auch noch die Kommentare, wo man weiß, dass sich derjenige mit dem Thema überhaupt nicht beschäftigt hat. Aber die dienen eher der Unterhaltung, denn der ernsthaften Auseinandersetzung.

“Ich verstehe leider die 27 Elternteile nicht. Was wollt ihr erreichen? Die 85 cent bleiben so und so bestehen. Ist es nicht sinnvoller einen essenanbieter zu haben der aus der Region kommt? Schneller, frischer und vor allem, der alte Preis fürs Essen bleibt bestehen! 85 cent mehr gehen nicht an die parkidylle. Mich würde interessieren was die 27 Vorhaben? Billigerer essensanbieter= qualitätsverlust am Essen? …”

Es ist eben nicht das plumpe “meckern”, sondern eine qualifizierte und sachliche Auseinandersetzung mit der Gemeinde. Wir als Eltern haben das Recht wahrgenommen, was uns vom Gesetzgeber eingeräumt wurde, mit zu entscheiden. Schließlich sind es unsere Kinder und unser Geld.

Wem das egal ist, wer sich hier gleichgültig zeigt, der darf das gern tun, sollte aber tief in seinem Inneren seine Grundeinstellung noch einmal überdenken.

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